(...)
Sie: (zu Ihm, der auf der Schreibmaschine hämmert)
Das geht schon Wochen, daß du auf der Schreibmaschine tippst,
seit Tagen sind wir in diesem Hotelzimmer eingesperrt,
wenn das so weitergeht, fahre ich nach Dünkirchen zurück,
meinst du, ich will nicht wieder nach Dünkirchen? Du hast mich aus diesem Morast Dünkirchen gezogen,
aus diesem schlammigen Loch, so hast du Dünkirchen immer genannt,
ich sage dir etwas, in Wirklichkeit
ist Dünkirchen herrlich,
ein Gedicht,
allein das Meer,
das Meer,
das Meer voll Muscheln, Austern, St. Jakobsmuscheln,
hier ist kein Meer,
nicht mal ein Flecken Meer am Horizont,
ich liebe das Unendliche, den jähen Wind, den Sturm, der von der See kommt
graue Wellen, grüne Wellen, blaue Wellen,
Schiffe, die in See stechen,
verrostete Fischdampfer, da kommt man ins Träumen,
das tut gut wie eine Hand, die dich liebkost,
beim Lärm vom Hafen kann ich einschlafen, aber nicht beim Krach deiner Maschine,
Tag und Nacht machst du mich besoffen mit deinem Tippen,
du glaubst, ich gehe um nichts auf der Welt zurück nach Dünkirchen,
zurück zu meiner Familie, die seit drei Generationen in Dünkirchen lebt,
und lebe wieder so, wie ich lebte,
bevor du kamst, um mich da herauszureißen,
ich liebe Dünkirchen mehr, als du dir vorstellen kannst,
ich war immer gern in Dünkirchen,
Frachter größer als die Docks von London, Lastkähne, die
Kohle bringen, Öl, Stahl, Erzschiffe vom Kap,
von Odessa, Gasschiffe, die Stunden brauchen, bis sie im Hafen sind,
ungeheure Schiffe,
selbst am Kai sind die Schiffe so schwer, daß sie
weiter schaukeln und rollen,
sie haben die Bewegung des Meeres in sich, in ihrem Rumpf, bis in die Maschinen,
sie können den Pulsschlag des Meeres nicht anhalten, der in ihnen ist,
mein Vater hat mir das erklärt, es liegt an ihrem Gewicht,
er hat mir erzählt, sie brauchen zwei Tage, ehe sie
das Rollen loswerden, das in ihnen steckt,
mein Vater war Docker,
ein richtiger Docker
bevor er arbeitslos wurde,
ein richtiger Dünkircher Docker,
und dann ein echter Dünkircher Arbeitsloser,
täglich ging er hin, wo Arbeit verteilt wurde, mein Vater,
mit seiner Arbeitskarte in der Tasche, mein Vater,
er hat die Schiffe gelöscht, die am Kai lagen, mein Vater,
Bananendampfer, Containerschiffe,
sogar im Krieg hat er sein Geld so verdient,
auf ehrliche Weise,
du hast meinen Vater immer verachtet,
du hast es ihn spüren lassen, daß er nur Akkordarbeiter war, ein Untergebener,
sag nicht, das stimmt nicht,
auch wenn du deine Lippen zusammenpreßt, ich weiß doch, was du denkst,
auch wenn du die Lippen bis zu den Nasenflügeln hochziehst,
ich fände es nicht schlecht, ihn wiederzusehen,
ihn, die ganze Familie, endlich hätte ich wieder ein ruhiges Gewissen...
seit Tagen sind wir in diesem Hotelzimmer eingesperrt,
wenn das so weitergeht, fahre ich nach Dünkirchen zurück,
meinst du, ich will nicht wieder nach Dünkirchen? Du hast mich aus diesem Morast Dünkirchen gezogen,
aus diesem schlammigen Loch, so hast du Dünkirchen immer genannt,
ich sage dir etwas, in Wirklichkeit
ist Dünkirchen herrlich,
ein Gedicht,
allein das Meer,
das Meer,
das Meer voll Muscheln, Austern, St. Jakobsmuscheln,
hier ist kein Meer,
nicht mal ein Flecken Meer am Horizont,
ich liebe das Unendliche, den jähen Wind, den Sturm, der von der See kommt
graue Wellen, grüne Wellen, blaue Wellen,
Schiffe, die in See stechen,
verrostete Fischdampfer, da kommt man ins Träumen,
das tut gut wie eine Hand, die dich liebkost,
beim Lärm vom Hafen kann ich einschlafen, aber nicht beim Krach deiner Maschine,
Tag und Nacht machst du mich besoffen mit deinem Tippen,
du glaubst, ich gehe um nichts auf der Welt zurück nach Dünkirchen,
zurück zu meiner Familie, die seit drei Generationen in Dünkirchen lebt,
und lebe wieder so, wie ich lebte,
bevor du kamst, um mich da herauszureißen,
ich liebe Dünkirchen mehr, als du dir vorstellen kannst,
ich war immer gern in Dünkirchen,
Frachter größer als die Docks von London, Lastkähne, die
Kohle bringen, Öl, Stahl, Erzschiffe vom Kap,
von Odessa, Gasschiffe, die Stunden brauchen, bis sie im Hafen sind,
ungeheure Schiffe,
selbst am Kai sind die Schiffe so schwer, daß sie
weiter schaukeln und rollen,
sie haben die Bewegung des Meeres in sich, in ihrem Rumpf, bis in die Maschinen,
sie können den Pulsschlag des Meeres nicht anhalten, der in ihnen ist,
mein Vater hat mir das erklärt, es liegt an ihrem Gewicht,
er hat mir erzählt, sie brauchen zwei Tage, ehe sie
das Rollen loswerden, das in ihnen steckt,
mein Vater war Docker,
ein richtiger Docker
bevor er arbeitslos wurde,
ein richtiger Dünkircher Docker,
und dann ein echter Dünkircher Arbeitsloser,
täglich ging er hin, wo Arbeit verteilt wurde, mein Vater,
mit seiner Arbeitskarte in der Tasche, mein Vater,
er hat die Schiffe gelöscht, die am Kai lagen, mein Vater,
Bananendampfer, Containerschiffe,
sogar im Krieg hat er sein Geld so verdient,
auf ehrliche Weise,
du hast meinen Vater immer verachtet,
du hast es ihn spüren lassen, daß er nur Akkordarbeiter war, ein Untergebener,
sag nicht, das stimmt nicht,
auch wenn du deine Lippen zusammenpreßt, ich weiß doch, was du denkst,
auch wenn du die Lippen bis zu den Nasenflügeln hochziehst,
ich fände es nicht schlecht, ihn wiederzusehen,
ihn, die ganze Familie, endlich hätte ich wieder ein ruhiges Gewissen...
Geh, lauf ein bißchen durch die Stadt...
(...)

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